
Was sind Ökonomische Indikatoren?
Regelmäßig erscheinende Wirtschaftsnachrichten, Veröffentlichungen oder auch Erklärungen, welche oftmals makroökonomische Entwicklungen abbilden, werden als ökonomische Indikatoren bezeichnet. Sie geben dem Anleger einen Hinweis darauf, wie sich die Wirtschaft entwickelt und ob eher auf steigende oder fallende Kurse spekuliert werden sollte. Dabei kann es sich um täglich, wöchentlich, monatlich oder auch vierteljährlich veröffentlichte Wirtschaftsindikatoren handeln. Das Datum und die genaue Zeit der Veröffentlichung werden bereits vorab bekannt gegeben, damit sich die Marktteilnehmer vorbereiten können. Herausgeber der Analysen sind vor allem Regierungsbehörden, Non-Profit-Organisationen und sogar private Unternehmen.
Interpretation der Wirtschaftsindikatoren
Oftmals geben Ökonomen vor der Veröffentlichung von Konjunkturindikatoren ihre Erwartungen zu den kommenden Zahlen bekannt. Da sie mit ihren Einschätzungen nicht immer richtig liegen, kann es durchaus zu starken Marktbeeinflussungen nach der Bekanntgabe kommen. Die Wirkung auf die Märkte kann dabei je nach Nachricht und Zielpublikum höchst unterschiedlich ausfallen. Ob die wirtschaftliche Kennzahl eine große Bedeutung bei den Investoren hat, kann man insbesondere daran erkennen, ob die Veröffentlichung deutlich sichtbare sofortige Auswirkungen auf die nationalen oder internationalen Aktien- und Rentenmärkte hat, sofern diese in ihrer Ausprägung von den Erwartungen der Marktteilnehmer abweicht. Jeder Anleger sollte die publizierte Nachricht zum einen selbst interpretieren und auswerten und zum anderen sollte der Wert mit der Prognose der Analysten abgeglichen werden.
Die verschiedenen potenziellen Blickwinkel auf eine Nachricht, machen die richtige Analyse und Interpretation der Meldung erforderlich. Zudem sollte der Fokus auf die bekanntesten Wirtschaftsindikatoren gelegt werden. Andernfalls könnte es aufgrund der Vielzahl von erscheinenden ökonomischen Indikatoren zu widersprüchlichen Einschätzungen der verschiedenen Ergebnisse kommen.
Der Anleger erhält durch die Konjunkturindikatoren einen Aufschluss darüber, wie sich eine Volkswirtschaft bisher entwickelt hat bzw. entwickeln könnte. Dieses fundamentale Wissen kann dann als Ausgangsbasis für Anlageentscheidungen genutzt und durch die technische Analyse ergänzt werden. Schauen Sie auf unseren Wirtschaftskalender für eine Übersicht über anstehende Wirtschaftsereignisse.
Arten von ökonomischen Indikatoren
Generell lassen sich Mengen- und Preisindikatoren unterscheiden. Mengenindikatoren betrachten die Mengenentwicklung eines Bezugsobjektes. Beispiele hierfür sind unter anderem die Zahl der Arbeitslosen, die Arbeitsmarktstatistik oder auch die Industrieproduktion.
Preisindikatoren betrachten das Preisniveau beziehungsweise die -entwicklung eines Bezugsobjektes. Als Beispiele hierfür werden Aktienkurse, Anleihekurse, Immobilienpreise, die Inflationsrate, Währungskurse oder auch Rohstoffpreise angesehen.
Diese Konjunkturindikatoren lassen sich wiederum noch nach dem zeitlichen Kontext differenzieren. So gibt es drei Hauptgruppen, welche auf die wirtschaftliche Verfassung schließen lassen.
Frühindikatoren
Die Frühindikatoren versuchen die zukünftige Richtung der Wirtschaft vorherzusagen. Sie sind normalerweise Vorläufer, bevor sich die Gesamtwirtschaft verändert. Sofern die Frühindikatoren richtig eingeschätzt werden, kann der Anleger bereits frühzeitig an einer neuen Kursbewegung partizipieren. Klassische Beispiele hierfür sind die Auftragseingänge für Gebrauchsgüter, die Nettogeschäftsentwicklung, der Konsumklimaindex, der Einkaufsmanagerindex und Aktienkurse.
Ein bevorstehender Wechsel im Konjunkturzyklus kann durch schwankende Aktienmarktrenditen erahnt werden. Dieser führende Indikator geht davon aus, dass der Aktienmarkt in der Regel vor der Gesamtwirtschaft mit einem Abschwung beginnt. Auf der anderen Seite erholt sich der Aktienmarkt normalerweise allerdings auch schneller wieder. Demnach gelingt der allgemeinen Wirtschaft nach einem Abschwung nur langsam eine Erholung.
Marktteilnehmer können die Frühindikatoren als Basis für einen Handelsplan nutzen. In Kombination mit der technischen Analyse, einem passenden Handelsstil sowie einem geordneten Kapitalmanagement kann der Anleger somit frühzeitig eine Position im konjunkturellen Zyklus eröffnen. Hierbei kann er sich neben dem Aktienhandel auch auf den Forex-Markt fokussieren.
Präsenzindikatoren
Die zweite Hauptgruppe sind die Präsenzindikatoren, welche sich ungefähr zur gleichen Zeit wie die Gesamtwirtschaft verändern. Sie geben einen Hinweis auf den aktuellen Konjunkturzyklus. Dieser unterscheidet vier Phasen. Den Aufschwung, welcher eine Expansion anzeigt, die Hochkonjunktur oder auch Boom-Phase, den Abschwung, welcher in eine Rezession münden könnte, sowie die Tiefphase, welche in einer Depression enden könnte.
Oftmals wird die aktuelle konjunkturelle Situation anhand des Bruttoinlandsprodukts, der Arbeitsmarktdaten sowie der Einzelhandelsumsätze analysiert. Der Anleger kann den Markt mit diesem Wissen in den Konjunkturzyklus einordnen.
Wenn die Wirtschaft eines Landes wächst, dann wachsen in der Regel auch die einheimischen Unternehmen. Der Anleger kann in solchen Marktphasen also Aktien kaufen, um am Aufschwung zu partizipieren. Alternativ hierzu können auch Finanzderivate oder der CFD-Handel für die Positionierung am Markt genutzt werden. Bei gehebeltem Trading müssen allerdings auch die Risiken eines potenziellen Totalverlustes beachtet werden, weswegen sich der Anleger genau über die Trading Psychologie im Klaren sein muss.
Ein weiteres Beispiel für einen Präsenzindikator mit großem Einfluss, sind die Non-Farm-Gehaltsabrechnungen (NFP). Sie werden monatlich, am ersten Freitag des Monats vom U.S. Bureau of Labor Statistics veröffentlicht. Dieser Bericht zeigt die Veränderung der Anzahl der Beschäftigten in den USA im Vergleich zum Vormonat an, wobei die Landwirtschaft ausgeklammert wird. Diese Daten decken etwa 80% des amerikanischen Arbeitsmarkts ab. Ein Zuwachs der Zahl der neubeschäftigten Menschen zeigt normalerweise an, dass die Wirtschaft wächst. Als Ergebnis wird der Dollar stärker. Wenn ein Trader vorher damit gerechnet und vor Veröffentlichung der Daten eine Kaufposition eröffnet hat, wird er voraussichtlich ein positives Ergebnis erzielen. Wenn die Zahl der Neubeschäftigten jedoch zurückgeht, wird der Dollar schwächer. Egal wie er ausfällt, der NFP-Bericht und die Spekulation im Vorfeld werden verschiedene Finanzinstrumente in Bewegung versetzen.
Spätindikatoren
Die Spätindikatoren bilden die dritte Hauptgruppe. Sie treten verzögert auf und machen sich erst nach dem Auftreten einer damit verbundenen wirtschaftlichen Aktivität bemerkbar. In der Regel beträgt die Verzögerung wenige Quartale. Sie reflektieren somit lediglich die vergangene Wirtschaftsentwicklung. Beispiele hierfür sind die Arbeitslosenquote, die Inflationsrate, das Bruttosozialprodukt oder auch die Zinsniveauentwicklung.
Die Veränderung der Leitzinsen durch die Notenbanken ist ein interessanter Spätindikator, welcher im Devisenhandel verwendet wird. Der Anleger kann Zinsänderungen nutzen, um sich im Forex-Markt zu positionieren. Die hohe Liquidität der Währungen ermöglicht gehebeltes Trading mit engen Spreads und sogar kleinem Trading Budget. Hierzu muss der Anleger die Forex Trading Charts richtig lesen und verstehen und die Nachrichten korrekt interpretieren.
Wie nutzt man ökonomische Indikatoren?
Um Indikatoren vorteilhaft zu nutzen, bedarf es einer soliden Marktanalyse. Einige Trader bevorzugen eine einfachere Analyse, während andere sehr hart arbeiten und eine gründliche Analyse erstellen. Für alle Trader können die Indikatoren jedoch sehr nützlich sein und es bedarf zumeist nur einer gründlichen Beobachtung des Wirtschaftskalenders. Wenn ein Trader weiß, dass ein bestimmtes Ereignis stattfinden wird, zum Beispiel die Daten über die Nachfrage und das Angebot der Verbraucherzufuhrrate eines Landes, wird er vorher eine Prognose über die zu veröffentlichende Zahl abgeben. Anhand dieser Prognose wird der Trader ein Finanzinstrument für seinen Trade wählen und sich entscheiden, ob er eine Kauf- oder Verkaufsposition eröffnet. Hierzu ist es auch notwendig korrekt zwischen den prozyklischen, antizyklischen und azyklischen Indikatoren zu differenzieren.
Falls der Trader eine richtige Prognose getroffen hat, kann das zu hohen Profiten führen. Spekulationen auf Basis von ökonomischen Indikatoren sollten mit Wissen über die relevanten Märkte, finanziellen Ereignisse und allgemeinen Ereignissen einhergehen, die den Indikator beeinflussen können. Wenn der Börsenhändler alle entsprechenden Faktoren kennt, steht die Prognose auf einer soliden Basis.
Jeder Anleger, egal ob Anfänger oder Profi, sollte sich mit dem Wirtschaftskalender auskennen. Hierzu zählt es auch zu verstehen, welche Indikatoren für das persönliche Trading relevant sind und in welchem Maße sie dieses beeinflussen. Sobald der Trader diese Lektionen einmal gelernt hat, kann das eigene Trading erfolgreicher gestaltet werden.
Probleme mit wirtschaftlichen Indikatoren
Die Positionierung vor oder auch nach der Bekanntgabe von ökonomischen Indikatoren beinhaltet auch gewisse Risiken, denn ein Wirtschaftsindikator ist nur sinnvoll, wenn er auch richtig interpretiert wurde. Beispielsweise wurde historisch eine hohe Korrelation zwischen dem am BIP gemessenen Wirtschaftswachstum und dem Wachstum der Unternehmensgewinne gemessen. Es ist dennoch fast unmöglich zu bestimmen, ob ein bestimmtes Unternehmen seinen Gewinn anhand eines BIP-Indikators steigern kann. Einzelne Wirtschaftsindikatoren sind lediglich Anhaltspunkte für eine Positionierung im Markt. Es bietet sich an, mehrere Indikatoren zu kombinieren und sie durch charttechnische Muster bestätigen zu lassen.
Börsenhandel mit MetaTrader 4
Die Handelsplattform MetaTrader 4 ist für die Durchführung von Handelsgeschäften und technischen Analysen in den Forex- und Futures-Märkten konzipiert. Kryptowährungen oder Bitcoin Trading sind dort ebenfalls möglich.
Die Technische Analyse kann zum Beispiel mit den Bollinger Bändern erfolgen. Sie zählen zu den verzögerten Indikatoren, die häufig verwendet werden, um Übertreibungen im Markt ausfindig zu machen. Solche Übertreibungssituationen können dann für einen antizyklischen oder prozyklischen Positionsaufbau genutzt werden. In einem System zur Leistungsmessung ist der von einem Unternehmen erwirtschaftete Gewinn ein verzögerter Indikator, da er eine historische Leistung widerspiegelt. In ähnlicher Weise ist die Verbesserung der Kundenzufriedenheit das Ergebnis von Initiativen, die in der Vergangenheit ergriffen wurden.
AvaTrade ist einer der weltweit führenden MT4-Broker. Wir wissen daher auch, dass nicht jeder Anleger ein Day Trader werden möchte. Aus diesem Grund bieten wir die Möglichkeit des Auto Tradings an. Dabei handelt ein Algorithmus automatisch ein zuvor definiertes Handelssystem. Solche Programme werden Expert Advisors (EA) genannt. Als Kunde haben Sie dabei die Möglichkeit, selbst einen EA zu programmieren oder alternativ fertige Expert Advisors anderer Trader zu nutzen. Durch die Nutzung fremder EAs können Sie von deren Erfahrungen und Wissen profitieren.
Testen Sie die Plattform noch heute und melden Sie sich an! Durch die professionelle Plattform, unser umfangreiches Weiterbildungsangebot sowie einem exzellenten mehrsprachigen Kundenservice steht Ihrem Erfolg als Trader nichts mehr im Weg. Dennoch empfehlen wir stets, sich vor dem Handel gut zu informieren, risikobewusst zu agieren und zu Beginn erste Erfahrungen innerhalb eines Demo-Kontos zu erwerben.
Mobiler Börsenhandel mit AvaTradeGo
Damit Sie Ihre Analysen auch von unterwegs aus tätigen können und Ihr Depot immer im Blick haben, haben wir AvaTradeGo entwickelt. Die innovative Trading App richtet sich an den Trader mit Visionen. Sie bietet Zugang zu den globalen Märkten mit Live Feeds und Social Trends, um neue Trading-Gelegenheiten mit der nutzerfreundlichen und intuitiven App zu entdecken.
Trading für Anfänger
Es ist kein Problem, wenn Sie noch keine Erfahrungen im Trading gesammelt haben sollten. Wir stellen Ihnen eine breite Palette an Schulungsmaterialien kostenfrei zur Verfügung. So helfen wir Ihnen beim Traden lernen und der Beantwortung von grundlegenden Fragen, wie:
- Wie handelt man online?
- Was ist Online Trading?
- Was ist Forex?
- Was ist ein Pip?
- Was sind CFDs?
- Was ist ein Leerverkauf?
- Was ist Copy Trading?
- Was ist Paper Trading?
- Was ist gehebeltes Trading?
Außerdem können Sie mit uns den Devisenhandel für Anfänger und Aktienhandel für Anfänger erlernen. Darin bekommen sie unter anderem erklärt, wie Sie Aktien kaufen oder was Finanzderivate sind. Testen Sie das neu erworbene Wissen dann ruhig risikofrei auf einem Demokonto, bevor sie in den Handel mit Echtgeld übergehen. Im Demomodus können Sie dann auch gleich die verschiedenen Handelsplattformen im Vergleich ausprobieren. Entwickeln Sie den Handelsplan und dazugehörigen Handelsstil, der zu Ihnen passt.
Nachdem die Testphase abgeschlossen ist und Sie sich für ein Echtgeld-Depot bei AvaTrade entschieden haben, können Sie sich transparent in unsere Einzahlungs- und Auszahlungspolitik einlesen. Sobald dann Kapital auf dem Depot vorhanden ist, muss nur noch ein erprobtes Handelssystem konsequent durchgeführt werden. Ablenkungen, wie durch die Trading Psychologie dürfen dabei kein Hindernis darstellen. Wenn Ihnen das gelingt, sollte der erfolgreichen Trading-Karriere nichts mehr im Weg stehen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei und freuen uns darauf, Sie auf Ihrem Weg zu begleiten.